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Lokale Sichtbarkeit: SEO für Zürich, Genf, Basel
mekyn Redaktion
Wie Schweizer KMU bei Google und in AI-Antworten regional gefunden werden — Google Business Profile, NAP-Konsistenz, LocalBusiness-Schema und Standortseiten.
Wer in der Schweiz ein lokales Geschäft betreibt — ein Café in Zürich, eine Zahnarztpraxis in Genf, ein Treuhandbüro in Basel — kämpft nicht um globale Reichweite, sondern um die Sichtbarkeit in der unmittelbaren Umgebung. Genau dafür ist lokales SEO da. Die Grundlagen sind international vergleichbar, aber die Schweiz hat ein paar Eigenheiten, die man kennen sollte.
Google Business Profile ist die halbe Miete
Das wichtigste Werkzeug ist das Google Business Profile (ehemals Google My Business). Es speist die Einträge in der Google-Suche und in Google Maps — also genau die Box mit Karte, Öffnungszeiten und Bewertungen, die bei lokalen Suchen prominent eingeblendet wird.
Ein vollständig gepflegtes Profil enthält:
- exakter Firmenname, Adresse und Telefonnummer — wie sie auf der Website und auf Briefpapier stehen
- aktuelle Öffnungszeiten, inklusive kantonaler Feiertage (Bundesfeier am 1. August, kantonal unterschiedliche Feiertage)
- passende Haupt- und Nebenkategorien
- echte Fotos vom Geschäft, Team und Angebot
- eine Beschreibung der Leistungen, geschrieben für Menschen — nicht für Suchmaschinen
In der Schweiz lohnt sich ein zweiter Blick auf die Sprachen: Wer im Genfer Raum oder im Tessin tätig ist, sollte das Profil zweisprachig pflegen — Französisch oder Italienisch zusätzlich zu Deutsch. Google belohnt das mit besserer Sichtbarkeit in den jeweiligen Sprachräumen.
NAP-Konsistenz und Citations
NAP steht für Name, Address, Phone — die drei Daten, die überall identisch sein müssen. Schon kleine Abweichungen wie «Bahnhofstrasse» versus «Bahnhofstr.» oder eine alte Telefonnummer verunsichern Suchmaschinen.
In der Schweiz gibt es eine Reihe relevanter Verzeichnisse für Citations:
- search.ch und localsearch.ch als wichtigste Schweizer Branchenverzeichnisse
- Gelbe Seiten Schweiz (yellow.local.ch)
- comparis.ch für bestimmte Branchen
- branchenspezifische Plattformen wie homegate.ch für Immobilien, tripadvisor.ch für Gastronomie oder doktor.ch für medizinische Anbieter
Ein konsistenter, korrekter Eintrag in einer Handvoll seriöser Verzeichnisse bringt mehr als fünfzig lieblose Masseneinträge.
LocalBusiness-Schema für die Website
Auf der eigenen Website lohnt sich strukturiertes Daten-Markup im Format LocalBusiness-Schema (JSON-LD). Damit teilt die Seite Suchmaschinen und AI-Systemen maschinenlesbar mit, um welche Art von Betrieb es sich handelt, wo er sitzt, wann er geöffnet hat und wie man ihn erreicht.
Für die Schweiz wichtig: Das Schema sollte die korrekten Felder für die Schweiz enthalten — addressCountry: "CH", das passende Kantonskürzel und idealerweise die Geokoordinaten. Wer mehrere Standorte hat, bekommt pro Standort ein eigenes Schema-Objekt, idealerweise auf einer eigenen Standortseite.
Der Nutzen: Suchmaschinen und AI-Antwortmaschinen verstehen den Betrieb eindeutig und können die Informationen direkt anzeigen. AI-Systeme wie ChatGPT, Claude oder Gemini greifen auf strukturierte Daten zu, wenn sie lokale Empfehlungen formulieren — eine LocalBusiness-Auszeichnung ist also nicht mehr nur für Google relevant.
Bewertungen als Vertrauenssignal
Bewertungen wirken doppelt: Sie beeinflussen, ob Menschen auf einen Eintrag klicken, und sie zählen zu den Faktoren, die die lokale Platzierung mitprägen.
Für die Schweiz typisch: Bewertungen auf Google, search.ch, Facebook und je nach Branche auf spezialisierten Plattformen werden am stärksten gewichtet. Drei Grundregeln:
- Aktiv um Bewertungen bitten. Schweizer Kundinnen und Kunden sind höflich zurückhaltend — wer nicht aktiv fragt, bekommt selten eine Bewertung.
- Auf jede Bewertung reagieren — auf positive dankend, auf kritische sachlich und lösungsorientiert. Eine ruhige, professionelle Antwort auf Kritik wirkt oft überzeugender als die Bewertung selbst.
- Niemals Bewertungen kaufen oder fälschen. Das verstösst gegen die Richtlinien, fliegt typischerweise innerhalb weniger Monate auf und richtet langfristigen Schaden an.
Standortseiten für Filialen
Wer in mehreren Kantonen oder Städten tätig ist, sollte pro Standort eine eigene Unterseite führen — mit individueller Adresse, Öffnungszeiten, Anfahrtsbeschreibung und idealerweise einem Foto vom Standort.
Wichtig: Diese Seiten müssen echten, eigenständigen Inhalt bieten. Eine Seite «Standort Genf», die nur den Text der Hauptseite mit ausgetauschtem Ortsnamen wiederholt, wird von Suchmaschinen erkannt und abgewertet. Lokale Besonderheiten, ortsbezogene Projekte oder konkrete Ansprechpersonen machen den Unterschied.
Kantonale Besonderheiten
Die Schweiz ist föderal — und das schlägt sich auch im SEO nieder:
- Zürich: starker Branchenmix, viel Konkurrenz, daher LocalBusiness-Schema und echte Bewertungen besonders wichtig.
- Genf: Französischsprachig, daher mehrsprachige Inhalte fast zwingend.
- Basel: grenznah, viele Kundinnen und Kunden aus Deutschland und Frankreich — wer seine Inhalte strukturiert anbietet, profitiert.
- Tessin: Italienisch als Standardsprache, sonst bleiben grosse Teile des Marktes unsichtbar.
- Ländliche Kantone: weniger Konkurrenz, aber längere Wege — eine gute Anfahrtbeschreibung und ein eingebetteter Kartenausschnitt zahlen sich aus.
AI-Antworten sind die neue Sichtbarkeit
Eine zunehmend wichtige Rolle spielen AI-Antwortmaschinen. Wenn jemand ChatGPT fragt «Welcher Zahnarzt in Bern ist am Sonntag erreichbar?», wird die Antwort aus den strukturierten Daten und den verfügbaren Webinhalten generiert. Wer hier unsichtbar ist, verliert diese neue Form der Sichtbarkeit komplett.
Praktische Konsequenz: LocalBusiness-Schema, saubere Öffnungszeitenangaben und ein gepflegter Google-Eintrag sind heute doppelt wichtig — sie wirken in der klassischen Suche und in AI-Antworten.
Konsequenter Anfang
Lokale Sichtbarkeit ist keine Raketenwissenschaft, sondern konsequente Fleissarbeit: ein gepflegtes Google Business Profile, saubere Daten über alle Verzeichnisse, echte Bewertungen und eine technisch solide Website mit strukturierten Daten. Wer diese Grundlagen dauerhaft pflegt, wird in seiner Region zuverlässig gefunden — und das ist für die meisten Schweizer KMU genau die Reichweite, die zählt.